Theodor Adolf von Möller

Aus dem Leben von Theodor Adolf von Möller –  Mitbegründer der Firma K. & Th. Möller in Brackwede/ Westfalen: 

Theodor Adolf Möller wurde am 10. August 1840 als Sohn von Friedrich (1805-1878) und Henriette Friederike (1808-1848) Möller geboren. Theodor Adolf Möller besuchte das Bielefelder Ratsgymnasium und anschließend eine Handelsschule in Osnabrück. Nach einer drei-jährigen Lehre bei der Firma Woermann in Hamburg absolvierte er ab 1860 eine weitere kaufmännische Ausbildung in London und Liverpool. Nebenbei betrieb Theodor Adolf Möller technische und naturwissenschaftliche Privatstudien. Nach seiner Rückkehr aus England wollte Vater Möller die Geschäftsführung der Gerberei und Lederfabrik allerdings noch nicht abgeben. Deshalb gründete Theodor Adolf mit seinem älteren Bruder Dr. Karl Möller (1837–1918) 1863 in Kupferhammer die „Maschinen- u. Dampfkesselfabrik K. & Th. Moeller”. Nach dem Tod des Vaters übernahmen die Gebrüder Möller auch die Leitung der Gerberei. Theodor Adolf von Möller war bis Mitte der 1890ger Jahre in der Geschäftsleitung tätig, zog sich dann aber aufgrund seines politischen Engagements zurück, so dass das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt wurde.

Theodor Adolf Möller war seit 1872 mit Karoline Eleonore Tiemann (1853-1935) verheiratet. Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor.

Theodor Adolf von Möller hatte bis zu seinem Einstieg in die Politik bereits etliche Vorstands- und Aufsichtsratsposten angenommen. Als ein Pionier beider Kohledestillation und der technischen Nutzung von Aktivkohle hatte er 1881 die „Aktiengesellschaft für Kohledestillation” in Essen mitge-gründet und war zunächst bis 1901 und danach von 1909 bis 1925 Aufsichtratsvorsitzender. Ferner fungierte er in führenden Aufsichtsrat-Positionen u.a. der Commerz- u. Discontobank (ab 1908), der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld und der Westfälischen Bank. Zahlreiche Grün-dungen, Mitgliedschaften und Vorstandstätigkeiten in Unternehmerverbänden sind Möller zuzurechnen, so u.a. im Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen, der zunächst den Ausbau der Verkehrswege, bald Schutzzölle und später Monopole für den eigenen Wirtschaftsraum anstrebte.

Möller gründete die Handelskammer zu Bielefeld mit, wirkte in Bezirkseisenbahnräten, im Centralverband Deutscher Industrieller und in verschiedenen Kolonialgesellschaften, aber auch im „Verein für Socialpolitik”, der zwischen einem aus-beuterischen Manchesterkapitalismus und einem als Agitation empfundenen Sozialismus ausgleichend wirken und eine staatlich gelenkte Sozialpolitik verwirklichen wollte. Ab 1905 war er schließlich noch Vorsitzender der Zentralstelle für Volkswohlfahrt, die sich eher theoretisch diesen Bestrebungen zuwandte.

Aufgrund seiner Verdienste wurde Theodor Adolf Möller am 18. Oktober 1905 mit dem erblichen Adelstitel ausgezeichnet. Am 6. Dezember 1925 stirbt der Unternehmer, Politiker und frühere Minister Theodor Adolf von Möller auf Gut Kupferhammer in Brackwede

[Quelle der obigen Ausführungen – wörtlich sowie frei und teilweise gekürzt zitiert nach dem Autor: Dr. Jochen Rath, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld]

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