Arbeiten in der Wüste Gobi

Im November 2012 wurden wir vom Landkreis Lüchow-Dannenberg gebeten, ein Sanierungsangebot für das Rotbauchunkengewässer in der „Wüste Gobi“ unter der Berücksichtigung artenschutzfachlicher Aspekte (Amphibien, Gefäßpflanzen, Flechten, Libellen) bis Januar 2013 abzugeben. Die Arbeiten waren bis Ende März 2013 abzuschließen. 

Zur Klarstellung und um Irrtümer auszuschließen: Die „Wüste Gobi“ liegt im Landkreis Lüchow-Dannenberg und nicht wie die tatsächliche Wüste Gobi auf dem Gebiet Chinas und der Mongolei.

In der „Landkreis-Wüste Gobi“ hat sich nach Abschluss eines Sandabbaues im Zuge von Deichbaumaßnahmen in den 1980er Jahren ein wertvoller Lebensraum für seltene Amphibien, u. a. Rotbauchunken sowie weitere seltene Tiere und Pflanzen entwickelt.

Im Zuge der natürlichen Sukzession haben sich in den vergangenen Jahrzehnten lockere bis dichte Kiefernbestände entwickelt, die die Flachgewässer beschatten und deshalb als Laichgewässer für Amphibien nicht mehr in einem optimalen Zustand sind. Weitere Licht und Wärme liebende Tier- und Pflanzarten werden durch die zunehmende Beschattung beeinträchtigt.

Daher beabsichtigte der Landkreis Lüchow-Dannenberg im Zuge einer Pflege- und Entwicklungsmaßnahme die unterschiedlichen Lebensräume zu optimieren, wozu er uns beauftragte, die entsprechenden Arbeiten durchzuführen. Dazu gehören die Sanierung von drei temporären Gewässern, durch Abschieben von leicht lösbarem Boden und die Läuterung und Entfernung des Kiefernaufwuchses sowie die Auflichtung eines lockeren Kiefern-, Birken- und Aspenbestandes.

Übersichts- und Ausführungsplan

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 Zu den auszuführenden Arbeiten (siehe oben, Übersichts- und Ausführungsplan) gehören insbesondere:

A1 – A3: Sanierung der temporären Gewässer, durch tiefes Abschieben von leicht lösbarem Boden ....

B1 – B5: Entfernung von Baumverjüngung – in der Regel Kiefer ......

C1 – C2: Läuterung von Kiefernbeständen nach forstlichen Kriterien .....

D1 – D3: Entfernung des Kiefernaufwuchses

E1 – E4: Entfernung des lockeren Kiefernaufwuchses ....

F1: Auflichtung eines lockeren Kiefern-, Birken- und Aspenbestandes .....

Bei den auszuführenden Arbeiten (Pflegeeinsatz) in der „Wüste Gobi“ standen und stehen jederzeit der Tier- und Pflanzenschutz an erster Stelle, da sich die Sandgrube zu einem wichtigen Lebensraum für verschiedene Amphibien, z. B. Rotbauchunken und Laubfrösche entwickelt hat.
Die Grube ist der artenreichste Libellenlebensraum im gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg. Ameisenlöwen und Eidechsen zählen ebenfalls zu den Bewohnern dieses einzigartigen Lebensraumes.
Ebenso kommen hier seltene Pflanzen vor: Sonnentau,  Königsfarn, Bärlapp, seltene Gräser und Torfmoose sind stellvertretend zu nennen. Vor diesem Hintergrund waren bei den Pflegearbeiten im Rahmen der Pflege- und Entwicklungsmaßnahme folgende Punkte unbedingt zu berücksichtigen.

  • Die Uferbereiche der Flachgewässer sind möglichst nicht zu befahren.
  • Alle Bereiche und Einzelbäume mit rot-weißem Trassierband sind zu schonen.
  • Birke, Weiden und Erlen sind erst einmal zu schonen.
  • In den Bereichen, in denen die Kiefern schütter stehen, soll nur jede fünfte Kiefer stehen gelassen werden; immer die Kleinste! Ausnahme: besonders gewachsene Bäume!
  • In den durchforsteten Bereichen sind Einzelbäume markiert. Dort sollen jeweils 2-3 bedrängende Kiefern entnommen werden.
  • Die Baggerarbeiten in den Bereichen A1, A2, A3 sollen nur in Abstimmung und Anwesenheit einer/ eines Entscheidungsträgers/in des Landkreise durchgeführt werden.
  • Die Fläche F1 soll auch nur in Abstimmung und  Anwesenheit einer/ eines Entscheidungsträgers/in des Landkreises gepflegt werden.